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Lesetipp Januar

JunikinderMarcus Jarl: Junikinder

Geschwisterbeziehungen sind wohl die, die das Leben mit am stärksten beeinflussen. Und in den seltensten Fällen sind sie gut oder schlecht. Die Grautöne zwischen den Extremen überwiegen meistens. So extrem, wie es in diesem Roman von Marcus Jarl dargestellt wird, ist es aber höchst selten.

Die Schwestern Julia und Liv waren in ihrer Jugend unzertrennlich. Sie gaben sich das Versprechen, immer füreinander da zu sein, komme was wolle. Doch dann kommt alles anders als geplant. Julia arbeitet als Krankenschwester auf der Neonatologie und versucht gleichzeitig, das Leben mit ihrem kleinen Sohn als Alleinerziehende trotz ihres Schichtplans auf die Reihe zu bekommen. Ihr Ex-Mann ist dabei keine Hilfe. Er macht ihr zusätzlich das Leben schwer, indem er droht, ihr das Sorgerecht für Truls wegzunehmen. Julia steht unter ständigem Druck, fühlt sich hilflos und ungenügend in ihrem Privatleben. Ihre Schwester Liv sieht sie nur noch selten. Diese lebt scheinbar ein sorgenfreies Leben. Sie hat ihren Job vorerst aufgegeben, um für ihre zwei Kinder da sein zu können, und wohnt mit ihrer Familie in einem Haus in der Vorstadt. Eines Tages jedoch steht Julia in der Neonatologie ihrem Schwager gegenüber. Sein neugeborenes Kind, das auf der Station versorgt werden muss, ist aber nicht Livs Kind, sondern das einer anderen Frau. Julia steht nun zwischen dem Versprechen, das sie ihrer Schwester gegeben hat, und ihrer Verpflichtung, Stillschweigen über ihre Patienten zu bewahren.

In zwei Rückblenden wird jeweils aus der Sicht einer der Schwestern erzählt, warum sie sich auseinandergelebt haben. In den beiden Teilen lernt man beide besser kennen und verstehen, auch was ihre Reaktionen auf die jeweils andere angeht. Natürlich kommt es im letzten Teil zum großen Showdown. Ob jedoch die Liebe zwischen den Schwestern die vielen Enttäuschungen und gegenseitigen Verletzungen aufwiegt, wird hier nicht verraten.

Marcus Jarl arbeitet selbst auf einer Neonatologie-Station. Dies merkt man dem Roman an, der die Stimmung und Arbeit auf der Intensivstation für Neugeborene sehr gut wiedergibt. Junikinder ist bereits sein vierter Roman, aber der erste, der auf Deutsch übersetzt wurde. Das sprachlich überzeugende Buch lebt von den gut ausgearbeiteten Charakteren. Einige Längen, besonders in den Rückblenden, werden dadurch gut aufgewogen. Bleibt zu hoffen, dass bald weitere Bücher von Marcus Jarl auf Deutsch erscheinen!

Hannah Scheske

Lesetipp Dezember

Die Wut die bleibtMareike Fallwickl: Die Wut die bleibt

Gleich am Anfang nimmt sich Helene das Leben. Sie hinterlässt Mann und drei Kinder. Ihr Suizid ist die Antwort auf das System in dem wir leben.
Sarah, Helenes beste Freundin, hilft erst im Haushalt und hilft dem „überforderten“ Mann. Am Anfang erst vorübergehend aber dann wird es mit der Zeit Alltag, ganz selbstverständlich.
Parallel dazu, fängt die jugendliche Lola an, das System zu hinterfragen. Ihre Sicht ist klar, deutlich, jung und unbequem. Die Tochter und die beste Freundin müssen jetzt Wege finden, die Lücke zu schließen, die Helene hinterlassen hat.

Dieses Buch zeigt deutlich, wie stark Strukturen wirken, wie schnell Frauen Verantwortung übernehmen. Es beschreibt die Last, die Frauen in der heutigen Gesellschaft zu tragen haben und was passieren kann, wenn Frauen unter dieser Last zusammenbrechen.

Diese Geschichte ist zwar fiktiv, aber erzählt trotzdem aus der Realität vieler Frauen. Dieses Buch ist intensiv, wütend, traurig, klug und immer noch hochaktuell und weist darauf hin wie wichtig es ist, dass wir uns gegenseitig zuhören und unterstützen. Klare Leseempfehlung!

Michaela Reisch

Lesetipp November

Indigo RidgeDevney Perry: Indigo Ridge

Winslow Covington ist gerade erst nach Quincy gezogen, eine Kleinstadt in Montana, wo sie den Posten als Polizeichefin ergattern konnte. Sie ist ehrgeizig, mutig und hat ein einzigartiges Gespür für ihren Job. Nach ein paar schlimmen Ereignissen in ihrer Vergangenheit, hofft sie hier auf einen Neuanfang.

Doch dann begeht eine junge Frau Selbstmord. Winslow stellt Nachforschungen an und stößt auf eine Mauer des Schweigens bei den Einheimischen. Und dann ist da noch Griffin. Sohn der einflussreichsten Familie in Quincy und Winns One-Night-Stand vom ersten Abend in der Stadt. Und auch er ist nicht begeistert, dass Winslow ihre Nase in diese Angelegenheit steckt.

Indigo Ridge von Devney Perry überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Romance, Thrill und Kleinstadt-Vibes in den Bergen Montanas. Die starke und authentische Protagonistin Winslow und der geheimnisvolle Griffin sorgen für eine packende Liebesgeschichte mit einem Hauch von Spice. Ein mitreißender Auftakt der Reihe und perfekt für alle, die gefühlvolle Small-Town-Romance mit einer Prise Nervenkitzel lieben.

Yvonne Reinhardt

Lesetipp Oktober

Die sieben Leben der Evelyn HugoTaylor Jenkins Reid: Die sieben Männer der Evelyn Hugo 

Evelyn Hugo ist die schillernde Hollywood-Ikone, deren Lebensgeschichte im Mittelpunkt dieses Romans steht – eine fiktive Erzählung, die so lebendig wirkt, als wäre sie echt. Evelyn ist glamourös, ehrgeizig und voller Geheimnisse. In einer Reihe von Interviews mit der eher unbekannten Journalistin Monique Grant öffnet sie erstmals ihr Herz und berichtet offen von ihren sieben Ehen, ihrem Aufstieg, ihren Verlusten und vor allem von der großen Liebe ihres Lebens.

Evelyn ist keine typische Heldin: Sie ist oft berechnend, kämpferisch und machtbewusst, zeigt aber auch ihre verletzliche Seite. Hinter dem Glanz verbirgt sich eine komplexe Frau, die ihren eigenen Weg geht, mit all den Fehlern, Opfern und Mut, die das Leben mit sich bringt. Die fiktive Lebensgeschichte erzählt von Liebe, Macht und der Suche nach sich selbst – und macht Evelyn zu einer unvergesslichen Figur.

Obwohl Evelyn Hugos Geschichte erfunden ist, fühlt sie sich unglaublich real an. Taylor Jenkins Reid gelingt es meisterhaft, eine Figur zu schaffen, die voller Widersprüche und zugleich authentisch ist. Für mich macht gerade diese Mischung aus Glamour und Menschlichkeit das Buch so besonders.

Es ist eine Geschichte über Entscheidungen, Selbstbestimmung und den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Ein fesselnder Roman, der lange nachklingt und zeigt, wie viel Kraft in der ehrlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben steckt.

Sofia Pick

Lesetipp September

Für PolinaTakis Würger: Für Polina

Ein stiller Junge, ein Mädchen, das unterschiedlicher nicht sein könnte: Takis Würgers Für Polina ist ein bewegender Roman über Musik, Freundschaft, Liebe und Verlust.

Im Mittelpunkt stehen Hannes, der schon früh die Musik für sich entdeckt – und Polina, die seine Kindheit begleitet. Für sie schreibt er seine erste Klaviersonate, noch bevor er begreift, was er eigentlich fühlt. Doch dann verändert ein Schicksalsschlag alles: Der tragische Tod seiner Mutter lässt ihn verstummen. Erst viele Jahre später findet er zurück: zur Musik, zu sich selbst und zu Polina.

Was nach Kitsch klingen könnte, entfaltet hier eine ganz eigene Kraft. Würger erzählt feinsinnig und pointiert, zeichnet eigenwillige Figuren – von der unabhängigen Mutter Fritzi bis zur abgründigen Partnerin Leonie – und schafft eine unverwechselbare Atmosphäre. Sein Ton hat Sogwirkung und erinnert an Benedict Wells.

Es gibt Bücher, die liest man und sie lassen einen nicht mehr los. Für Polina ist für mich genauso ein Buch: leise, poetisch, berührend. Absolut lesenswert.

Marlene Neumann

Lesetipp August

Joachim B. Schmidt: MoosflüsternJoachim B. Schmidt: Moosflüstern

Der Roman spielt in den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Heinrich, ein Bauingenieur, verheiratet, Vater zweier Kinder. Er ist ein pflichtbewusster, konventioneller und eher introvertierter Mann, dessen Leben bislang in geregelten Bahnen verlief. Doch zwei Ereignisse erschüttern plötzlich seine scheinbar sichere Welt: Zum einen stürzt eine von ihm konstruierte Halle ein. Zwei Menschen kommen dabei ums Leben. Allmählich muss Heinrich sich eingestehen, dass ein eigener Planungsfehler die Ursache des Unglücks gewesen sein könnte. Zum anderen offenbaren ihm seine Eltern an seinem 40. Geburtstag ein lange gehütetes Familiengeheimnis: Die Frau, die ihn großgezogen hat, ist nicht seine leibliche Mutter. Seine tatsächliche Mutter sei vor wenigen Tagen auf Island gestorben.

Inmitten dieser Lebenskrise flieht Heinrich aus seinem Alltag und begibt sich auf eine Reise nach Island – auf den Spuren einer unbekannten Mutter. Zunächst dominiert Schmerz und Wut über die Frau, die ihn als Kleinkind verlassen hat. Doch als er schließlich den abgelegenen Bauernhof erreicht, auf dem sie lebte, und dort – ohne sich zu erkennen zu geben – zufällig seinen Halbschwestern begegnet, beginnt sich sein Blick langsam zu verändern. Verständnis und Mitgefühl brechen sich Bahn.

Eine zweite Erzählperspektive folgt Heinrichs Mutter Helga, beginnend mit ihrer Ankunft in Island vor 35 Jahren. Diese Parallelhandlung beleuchtet das Schicksal junger Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem zerstörten Deutschland nach Island auswanderten, in der Hoffnung, als Hilfskräfte auf Bauernhöfen einen Neuanfang zu wagen.

Obwohl die Hauptperson nicht unbedingt ein Sympathieträger ist, baut Joachim B. Schmidt in wunderbarer Sprache eine Spannung auf, die die Leser*innen atemlos durch die Erzählung trägt.

Claudia Nägel

Lesetipp Juli

Lügen über meine MutterDaniela Dröscher: Lügen über meine Mutter

Der Roman wirft uns zurück ins Hunsrück der 80er Jahre; in eine dörfliche Gemeinschaft, in der traditionelle Familienmodelle gelebt und alles Fremde abgelehnt wird. Hier wächst die kleine Elsa in einem Mehrfamilienhaus mit Vater, Mutter und den Großeltern auf. Alle passen in das stereotype Dorfbild; nur die Mutter sticht von Anfang an heraus. Aufgewachsen in Schlesien, kommt sie erst im Alter von 6 Jahren nach Hunsrück und wird Zeit ihres Lebens das Stigma des Fremd-Sein nicht los.

Die Eltern streiten sich in der Erinnerung Elsas täglich und der Vater lässt seinen Frust über die mangelnden Karrierechancen an seiner Frau aus. Schließlich macht er sogar ihren Körper für sein Versagen verantwortlich. Er drängt sie zu immer neuen Diäten und Kuren und kontrolliert akribisch ihr Gewicht. Zudem rationiert er das Haushaltsgeld, schmückt sich aber selbst mit immer neuen Statussymbolen. Gleichzeitig verwehrt er seiner Frau eine eigene Karriere, da diese aus seiner Sicht ausschließlich für die Erziehung der Tochter und den Haushalt zuständig ist. Doch trotz der widrigen Umstände kämpft die Mutter weiter; um ein Recht auf ihren Körper und die Emanzipation aus veralteten Strukturen.

Unbedingt lesenswert!

Stefanie Erben

Lesetipp Juni

The hollow placesT. Kingfisher: The Hollow Places

The Hollow Places lässt die Realität hinter den Dingen mit einer parallelen Welt verschwimmen. Die Hauptfigur des Romans, Kara, muss versuchen, sich vor den lebendig werdenden Dingen zu schützen.

Nach ihrer Scheidung zieht Kara zu ihrem Onkel in einen kleinen Ort. Dort findet sie viel Ablenkung in dem merkwürdigen Museum für Kuriositäten aller Art. Als Kara eines Tages ein Loch in einer Wand des Museums entdeckt, stolpert sie unvermittelt – gemeinsam mit ihrem Bekannten Simon, der im Café nebenan als Barista arbeitet – in eine völlig neue Welt. Dort existieren seltsame Wesen, die nicht alle freundlich gesinnt sind. Zeit und Raum funktionieren hier ganz anders, als es die beiden gewohnt sind. Außerdem scheinen sich die überall wachsenden Weidenbäume miteinander auszutauschen und seltsame Wesen wohnen in ihnen. Finden Kara und Simon zurück in ihre vertraute Welt? Und warum fühlen sie sich so stark von der Parallelwelt angezogen?

Die geheimnisvollen Rätsel um die Welt hinter den Dingen haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Wer sich gern in andere Welten entführen lässt und zwischen gruseligen Horrorszenen kleine humorvolle Pausen braucht, wird dieses Buch nicht so schnell aus der Hand legen können.

Beatrice Stärz

Lesetipp Mai

Japan, wer bist du?Fritz Schumann: Japan, wer bist du?

In „Japan, wer bist du?“ berichtet Fritz Schumann von verborgenen Orten und unerzählten Geschichten, die nicht im Reiseführer stehen.

Seit über 15 Jahren reist Fritz Schumann regelmäßig nach Japan – jedoch nicht zu den typischen Postkartenmotiven. Abseits von Kirschblüte und Touristenpfaden begegnet er Menschen, Orten und Geschichten, die oft im Schatten des modernen Japans stehen und selten gezeigt werden. Statt idealisierter Bilder zeigt er auch die Realität – die alternde Bevölkerung in ländlichen Regionen oder die Folgen von Katastrophen wie in Fukushima.

In 15 Kapiteln porträtiert er die Vielfalt und Gegensätze des Landes – von bekannten Städten wie Osaka bis hin zu nahezu vergessenen Orten wie Ōzuchi.

„Versteckt in den Bergen von Ishikawa, eine halbe Stunde von der nächsten Stadt entfernt, liegt Ōzuchi: zehn traditionelle Häuser, wild über eine Lichtung gewürfelt. Nur eines von ihnen ist bewohnt.“ (Seite 10)

Mit Gespür für Atmosphäre und im richtigen Tempo nähert sich Fritz Schumann den Lebenswelten der Menschen, denen er begegnet – so unaufgeregt und respektvoll, wie es zu Japan gehört. Seine Reportagen zeigen dabei das Land in all seiner Schönheit, aber auch mit den Brüchen, die unter der Oberfläche liegen.

Dieser Reisebericht bringt Japan auf informative und nachdenkliche Weise näher. Besonders das Kapitel zur Haseninsel (Ōkunoshima: Giftgas und Kaninchen), die ich selbst besuchen konnte, lässt das Gefühl entstehen, diesen Ort nun besser zu verstehen.

Heike Straub

Lesetipp April

Ewig SommerFranziska Gänsler: Ewig Sommer

Dieser Debütroman beschreibt einerseits ein klimatisch verheerendes Szenario und andererseits die Abgründe menschlicher Beziehungen.

Der ehemaliger Kurort Bad Heim irgendwo in Deutschland. Iris besitzt ein Hotel, in dem allerdings schon lange keine Gäste mehr absteigen. Grund ist der naheliegende Wald, der brennt, denn es ist heiß. Die Temperaturen liegen im Sommer jenseits der 40 Grad und das Tragen von Atemschutzmasken gehört zur täglichen Routine. Genauso wie das Checken der Warn-App, die darüber entscheidet, ob Iris bleiben und auf den Kühle bringenden Herbst warten darf oder ob evakuiert werden muss und Iris den Ort, ihr Hotel und ihr Zuhause verlassen muss. Das Leben spielt sich in Häusern, in Innenräumen, ab, denn draußen riecht es nach Rauch, Aschereste fliegen durch die Luft, eine graue Ascheschicht bedeckt die Umgebung.

Eines Tages kommt eine Frau namens Dori mit ihrer kleinen Tochter Ilya ins Hotel und fragt nach einem Zimmer. Dori ist in sich gekehrt und ein Schatten ihrer selbst, dennoch kommen sich die beiden Frauen näher. Iris erfährt, dass Dori mit ihrer Tochter auf der Flucht ist und von deren Ursache. Hierbei kommt Iris ins Nachdenken über ihr eigenes Leben, auch über eigene familiäre Beziehungen.

Die dystopische Atmosphäre des Romans zog mich sofort in ihren Bann. Das klimatisch verheerende Szenario könnte sich genauso in unserer nahen Zukunft abspielen und wirkt deshalb umso erschreckender. Ein aufrüttelndes Buch!

Susann Wagner

Lesetipp März

Schöne neue WeltSchöne neue Welt: Comic nach Aldous Huxley

Der Klassiker von Aldous Huxley ist eine negative Utopie (oder Dystopie), die 1932 auf Englisch erschienen ist. Sie schildert eine hedonistische Gesellschaft und ihre Abhängigkeit von Technologie. Zeichner Fred Fordham liefert mit seinem Comic eine Neuinterpretation für unsere Zeit.

In der Zukunft, die Aldous Huxley beschreibt, gibt es nur noch einen Weltstaat, es gibt keine Kriege, keine Krankheiten oder Hungersnöte. Für die Menschen ist das eigene Vergnügen das höchste Gut. Scheinbar eine perfekte Welt.

 Als Leser*in begleiten wir den Außenseiter John, der aus einem Reservat „ursprünglicher“ Menschen stammt, und entdecken schnell die dunkle Seite der „schönen neuen Welt“: Die Menschen entstehen im Labor. Dabei werden sie in Alphas, Betas und Epsilons unterteilt: Alphas regieren, Betas erledigen die Arbeit und Epsilons sind tumbe Diener*innen. Jede Gefühlsregung abseits von Wohlbefinden und scheinbarer Glückseligkeit wird mittels Drogen unterdrückt. Durch Indoktrination werden die Menschen gefügig gemacht. Da es sich um eine Anti-Utopie handelt, kann ich bereits soviel verraten: Das Ende ist nicht glücklich. Aber es regt zum Nachdenken an.

Fred Fordham hat die Erzählung von Aldous Huxley adaptiert und in farbigen Bildern umgesetzt. Dabei bleibt er nahe an der Vorlage und setzt sie trotzdem für ein modernes Publikum verständlich um.

Da ich bereits die Vorlage sehr schätze, ist diese hervorragende Umsetzung als Comic noch die Kirsche auf der Sahnehaube.

Sarah Dlugokinski-Thoma

Lesetipp Februar

Fourth WingRebecca Yarros: Fourth Wing

Fourth Wing von Rebecca Yarros ist der Beginn einer Reise in eine packende Fantasiewelt, voll mit Drachen, Magie und spannenden Charakteren.

Die Geschichte folgt der jungen Violet Sorrengail, die dem Basgiath War College beitreten soll. Genauer gesagt, muss sie das Auswahlverfahren der Drachenreiter bestehen und darf nicht die Ausbildung zur Schriftgelehrten machen, wie sie es sich ihr Leben lang gewünscht hatte. Ihre Voraussetzungen sind nicht die Besten, denn sie entspricht nicht einer klassischen Kampfmaschine. Sie ist zierlich, klein und ihre Gelenke eher instabil. Die Aufnahmeprüfung hat es gewaltig in sich, doch gegen alles was danach passiert ist es ein Kinderspiel. Violet muss eine vermeintlich tödliche Herausforderung nach der anderen meistern und sich nebenbei gegen ihre Konkurrenz durchsetzen. Jedes Hindernis, das sie erfolgreich aus dem Weg räumt, macht klar, dass sie doch ins Basgiath War College für Drachenreiter gehört. Und als ob die Ausbildung und Drachen an sich nicht schon genug zu überstehen wären, gibt es da noch Xaden. Er hat jeden Grund, sie zu hassen und sie ihn. Sein Vater, Anführer einer zerschlagenen Rebellion, wurde hingerichtet. Diese kostete ihrem Bruder jedoch ebenfalls das Leben. Die Atmosphäre zwischen Xaden und Violet ist aufgeladen, doch mit der Zeit entwickelt sich auch widerwillig Respekt oder ist da vielleicht noch mehr?

Ich bin ein großer Fan von Fantasy-Büchern und konnte nicht umhin mir selbst ein Bild von dem stark gehypten Buch von Rebecca Yarros zu machen. Und was soll ich sagen, Fourth Wing hat mich trotz meiner Anfangsskepsis abgeholt. Durch die einfache Schreibweise konnte ich direkt in die Geschichte eintauchen und mit den Charakteren das Basgiath War College mit all seinen Herausforderungen erkunden. Ich freue mich auf jeden Fall auf alle noch kommenden Bücher der Reihe und kann es kaum erwarten in den dritten Teil, der am 21. Januar veröffentlicht wurde, einzutauchen. Für alle, die eine fesselnde Mischung aus Magie, Drachen, Intrigen und einer guten Portion Spice lieben, ist Fourth Wing absolut empfehlenswert.

Anna-Lena Schäffner

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