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Lesetipp Juli

Eine Frage der ChemieBonnie Garmus: Eine Frage der Chemie

„Chemie bedeutet Veränderung“, erklärte sie den Hausfrauen da draußen. „Verändern Sie nicht bloß den Speiseplan, sondern Ihre Rolle in der Welt!“

Die junge Forschungschemikerin Elisabeth Zott ist alles andere als Durchschnitt. Sie ist nicht nur außergewöhnlich klug, sondern auch sehr attraktiv. Damit hat sie es in der reinen Männergesellschaft ihres Forschungsinstituts nicht gerade leicht. Als sie sich dann auch noch in den Vorzeigewissenschaftler der Einrichtung verliebt, werden ihr mehr und mehr Steine in den Weg gelegt. Schließlich steht sie mit einem unehelichen Kind alleine da, muss ihre Pläne über den Haufen werfen und ihren Lebensunterhalt auf völlig unerwartete Weise verdienen.

Dennoch bleibt sie der Chemie in allen Lebenslagen treu und bringt ihre Umgebung mit ihrem wachen Verstand immer wieder an ihre Grenzen.

Eine inspirierende Geschichte über eine ungewöhnliche Frau, die sich allen widrigen Umständen zum Trotz, immer selbst treu bleibt. In einer Welt, die für Frauen viele Ungerechtigkeiten bereithält, findet sie dennoch ihren Weg und bietet den festgefahrenen Strukturen der Gesellschaft die Stirn.

Stefanie Erben

Lesetipp Juni

Caitlin Doughty: Fragen Sie Ihren BestatterCaitlin Doughty: Fragen Sie Ihren Bestatter

 

Krematoriumsfachkraft. Dieser ungewöhnliche Job ist für Caitlin Doughty mit Anfang zwanzig nicht nur ein Job, er ist auch Therapie. Jahrelang hat sie die Angst vor dem Tod verdrängt, ignoriert und nicht zugelassen, auch nur darüber nachzudenken. Caitlin stellt sich aber nicht nur ihren Ängsten, sie träumt von einer (friedlichen!) Revolution der Bestattungskultur. Es ist ihr Wunsch, dem Tod im Leben einen Raum zu geben. Am Ende sollten wir den Sensenmann wie einen alten Freund begrüßen, ganz ohne Furcht.

Warum ich dieses Buch empfehle?

„Fragen Sie Ihren Bestatter“ ist auf vielen Ebenen ein lehrreiches Buch. Es ist eine Biographie, eine Auseinandersetzung mit dem Tod und warum wir solche Angst vor dem Sterben haben und bietet einen Blick in die Geschichte der (amerikanischen) Bestattungskultur. Mir gefällt, dass Caitlin Doughty sich sehr gerade heraus mit diesen Themen beschäftigt. Ihr Respekt vor dem Leben, aber ganz besonders vor dem Tod wird deutlich. Sie lädt ein, sich mit dem eigenen Sterben auseinanderzusetzen. Sanft, ohne Angst. Ihr eigener Lebensweg zeigt, wie das gelingen kann.

Außerdem empfehle Caitlin Doughtys YouTube-Serie „Ask a Mortician“ (Frag‘ einen Bestatter). Mit der gleichen Gradlinigkeit und Humor beantwortet sie die Fragen über Tod und Sterben, die sich keiner zu fragen traut. Die Videos sind in englischer Sprache.

Sarah Dlugokinski-Thoma

Lesetipp Mai

Marie-Sabine Roger: Wenn das Schicksal anklopft, mach aufMarie-Sabine Roger: Wenn das Schicksal anklopft, mach auf

Das Buch handelt von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch Freundinnen werden. Beide sind aus ganz verschiedenen Gründen Außenseiter. Die 29-Jährige Harmonie leidet unter dem Tourette-Syndrom und hat es wegen ihrer unkontrollierbaren Ausbrüche schwer, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Fleur ist eine 76 Jahre alte, stark übergewichtige Rentnerin mit einer extremen Sozialphobie. Sie verlässt ihre Wohnung ausschließlich, wenn sie einen Termin beim Therapeuten wahrnimmt. Er ist der Einzige, dem sie – abgesehen von ihrem Mops Mylord – noch vertraut. Da sie ihren Hund aber nicht zu den Sitzungen mitnehmen kann, trifft sie bei der Suche nach einem Hundesitter auf Harmonie, die gerade versucht, etwas unabhängiger von ihrem Freund zu werden. Das erste Treffen der beiden ist nicht sehr vielversprechend und endet damit, dass Harmonie sich den Arm bricht. Dadurch sind die zwei Frauen aber auf seltsame Weise mit einander verbunden und es entwickelt sich mit der Zeit eine Art Freundschaft, die es beiden ermöglicht, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und mit ihren Schwierigkeiten besser zurecht zu kommen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonistinnen erzählt. Dabei entspricht der jeweilige Schreibstil sehr anschaulich den unterschiedlichen Persönlichkeiten: Hektisch und chaotisch die Eine, bedächtig und gelegentlich etwas abschweifend die Andere.

Wie schon in ihren früheren Büchern, ist es der Autorin auch hier wieder gelungen, sehr einfühlsam und warmherzig über Menschen zu schreiben, die am Rande der Gesellschaft stehen und es im Leben nicht leicht haben. „Wenn das Schicksal anklopft, mach auf“ ist eine sehr berührende und humorvolle Geschichte über Freundschaft und Toleranz und unbedingt lesenswert.

Sabine Köstler

Lesetipp April

Doris Knecht: Die NachrichtDoris Knecht: Die Nachricht

Das aktuelle Thema “Digitale Gewalt” interessant und fesselnd verpackt das ist “Die Nachricht” von Doris Knecht.

Ruth hat vor einigen Jahren ihren Mann Ludwig bei einem Unfall verloren. Sie lebt außerhalb von Wien in dem gemeinsam gebauten Landhaus. Ihre Kinder sind bereits groß und im Prinzip selbständig. Eines Tages erhält sie per Facebook eine anonyme Nachricht mit dem Hinweis auf eine Affäre ihres toten Mannes. Die Affäre ist ihr bekannt und auch als weitere, immer hasserfülltere, Nachrichten kommen, macht sie sich zunächst nicht viele Gedanken. Von Beruf ist sie Fernsehjournalistin und gewohnt, für ihre Meinung angegriffen zu werden.

Erst als auch Freunde und Familienmitglieder ähnliche Nachrichten erhalten, und sie Dinge beinhalten, die nur Ruths engstes Umfeld kennt, beginnt sich ihr Leben zu verändern. Sie muss sich mit Gefühlen von Kontrollverlust, Misstrauen und Ohnmacht auseinandersetzen. Ihr Selbstverständnis als starke und unabhängige Frau bekommt Risse. Ruths Beschäftigung mit dem Thema wird genau beschrieben und ist, finde ich, die Stärke des Buches.

Als sie einen neuen Mann, Simon, kennenlernt, scheinen sich die Dinge zum Guten zu wenden. Ruth versucht weiterhin herauszufinden, von wem die Nachrichten kommen. Hier nimmt der Roman krimihafte Züge an. Sie hat einen Verdacht und während des Lesens wollte ich unbedingt wissen, ob er sich bestätigt.

Den psychologisch interessant und spannend geschriebenen Roman von Doris Knecht kann ich nur empfehlen!

Susann Wagner

Lesetipp März

Bas Kast: Das Buch eines SommersBas Kast: Das Buch eines Sommer

 

Ganz wie der Titel schon vermuten lässt, hat Bas Kast hier ein Buch geschrieben, das uns in laue Sommernächte in den Weinbergen mit tiefgehenden Gesprächen und Gedanken entführt.

 

Von außen betrachtet führt Nicolas ein schönes Leben. Er ist gut in seinem Job, hat eine Frau und ein Kind. Doch wer einen Blick hinter die Fassade wirft, sieht das nichts im Leben perfekt ist. Das Verhältnis zu Frau und Sohn ist angespannt. Er arbeitet zu viel und hetzt verbissen von einem Termin zum nächsten. Seinen Jugendtraum ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden, musste er früh über Bord werfen. Er erfüllte den Wunsch seines Vaters, einem „richtigen“ Beruf nachzugehen und übernahm dessen Firma. Als den vielbeschäftigten Geschäftsmann die Nachricht vom Tod seines Onkels Valentin erreicht, reißt ihm das den Boden unter den Füßen weg. Denn sein Onkel hat ihm sehr viel bedeutet und in den letzten Jahren hatte er ihn viel zu selten besucht. Daraufhin zieht Nicolas mit seiner Frau Valerie und seinem Sohn Julian für ein paar Tage in die malerisch gelegene Villa des Verstorbenen. Während er dort versucht den Nachlass zu regeln, begegnen ihm viele Erinnerungen an seinen weisen Onkel. Er beginnt sich selbst, sein Leben und seine Entscheidungen zu hinterfragen.

 

Mit „Das Buch eines Sommers“ hat Bas Kast es geschafft, ernste Themen in einen locker und leicht zu lesenden Roman zu verpacken. Er stellt die Fragen, die uns alle im Laufe unseres Lebens beschäftigen: die Endlichkeit des Seins, die Frage nach Zufriedenheit und warum es so schwer ist, zu werden wer man ist. Es sind keine neuen Erkenntnisse, aber eine Erinnerung an das, was wirklich wichtig ist.

 

In dieser grauen Jahreszeit sehnen wir uns alle nach ein bisschen Sonnenschein. Genau das ist dieses Buch für mich. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe es in kürzester Zeit verschlungen. Dieses Buch ist für jeden, der sich ein Stückchen Sommer herbeiträumt!

 

Anna-Lena Schäffner

Lesetipp Februar

Karin Kalisa: BergsalzKarin Kalisa: Bergsalz

Franzi ist erstaunt, fast verärgert, als es um die Mittagszeit an der Tür klingelt. Davor steht Johanna, eine Nachbarin, die um etwas Mehl bittet. Dies ist ungewöhnlich, da in dem abgelegenen Dorf jeder sehr zurückgezogen lebt. Franzi vermutet, dass es sich lediglich um einen Vorwand handelt und bittet sie herein. Johanna bekommt einen Teller Suppe, und schüttet Franzi ihr Herz aus. Als sich an diesem „närrischen“ Tag die zweite Nachbarin dazu gesellt ist dies der Startschuss eines fröhlichen Mittagessensclubs.  Das einsame Kochen „füreineallein“ wandelt sich zum „mitanderenzusammen“, bis der Platz nicht mehr ausreicht. Der Weg vom Tisch zur Tafel beginnt. Man möchte ins verlassene Wirtshaus wechseln. Esma, die dort mit weiteren Flüchtlingen lebt, unterstützt die Frauen tatkräftig. Sie planen gemeinsam das Dorf neu zu beleben und für andere einsame Bürger*innen zu kochen. Beim Renovieren hilft die junge Sabina, die verstört vom Einsatz in einem Krisengebiet zurückgekehrt ist. Der vor langer Zeit vergessene Salzkübel im „Rössle“ wird zum Symbol für die Würze des Lebens.

Die wunderbar poetische Sprache der Autorin hat mich fast den Föhn spüren lassen. Ich bin in Bergtälern zum Kräutersammeln gewandert und habe verschiedenste Gerichte aus Syrien und Bayern gekostet. Nachdenklich stimmten mich die Frage „wie viel Erde braucht ein Mensch“ und die menschlichen Schicksale. Ein bewegendes, positives Buch über die Kraft der Begegnungen und gegen Einsamkeit.

Karin Rosa

Lesetipp Januar

Mr. Parnassus' Heim für magisch BegabteT. J. Klune: Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte

Linus Baker arbeitet seit Jahrzehnten als vorbildlicher Beamter in einer Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder zuständig ist. Sein eintöniges und geregeltes Leben findet schlagartig ein Ende, als er ein geheimes Waisenhaus auf einer einsamen Insel genauer in Augenschein nehmen soll. Dort trifft er auf abweisende Dorfbewohner, einen ungewöhnlichen Heimleiter und sechs Kinder, die es so eigentlich gar nicht geben sollte. Mit der Zeit beginnt Linus zu zweifeln. An den Regelungen des Jugendamtes und seinen eigenen Überzeugungen. Er befreit sich aus den Zwängen seiner Vorurteile und beginnt die Welt mit neuen Augen zu sehen.

T. J. Klune ist bekannt dafür, insbesondere queere Figuren in seinen Romanen zu Wort kommen zu lassen. Linus Baker ist auch eine dieser Figuren. Ein homosexueller Mann mittleren Alters, der seine Wohlfühlblase verlässt und sich auf eine wunderbare Reise zu sich selbst begibt.

Ein Wohlfühlroman ohne große Spannungsbögen, der sich besonders für gemütliche Abende vor dem Kamin eignet.

Stefanie Erben

Lesetipp Dezember

Julia Phillips: Das Verschwinden der ErdeSarah Nisi: Ich will dir nah sein

Inhaltswarnung: Stalking

Nicht nur über verloren gegangene Gegenstände im Fundbüro der Londoner Verkehrsbetriebe hat Lester Sharp einen guten Überblick, sondern er weiß auch bestens über seine Nachbarschaft Bescheid. Denn er selbst macht sich regelmäßig ein genaues Bild davon und stattet den Wohnungen in Abwesenheit der Bewohner*innen einen Besuch ab.

Als die junge Balletttänzerin, Erin, in die Wohnung neben Lester einzieht, sieht er in ihr ein neues Opfer, aber auch die Hoffnung, dass mit ihr alles anders, alles besser wird. Jedes Wort, jede Geste interpretiert er mit seiner labilen Persönlichkeit als Zuneigung. Vielmehr verstärkt sich sein ausgeprägtes Anspruchsverhalten, als ein anderer Mann in das Leben von Erin tritt.

Doch sein Handeln, das von Belästigung bis hin zu Psychoterror reicht, wurde ihm bereits Jahre zuvor in seiner ausgeprägtem Obsession zum Verhängnis. Wie weit wird Lester es dieses mal treiben und wie geht Erin damit um?

Sarah Nisi ist mit ihrem Debütroman ein fesselnder Psychothriller gelungen, dessen Ende ich so nicht erwartet hatte. Der Perspektivenwechsel u.a. zwischen Lester und Erin lässt ein Eintauchen in deren Absichten und Gedanken zu, die Gänsehaut verursachen.

Heike Ossadnik

Lesetipp November

Julia Phillips: Das Verschwinden der ErdeJulia Phillips: Das Verschwinden der Erde

Gleich zu Beginn verschwinden zwei Mädchen. Niemand weiß wohin. Leben Sie noch? Dieses Ereignis erschüttert die Menschen in Kamtschatka. Die Polizei ist hilflos. Und kommt nicht auf die Idee, eine Verbindung zu einem weiteren Vermisstenfall herzustellen. Denn schon ein Jahr zuvor wurde eine Studentin wie vom Erdboden verschluckt. Doch damals hat das außerhalb der Familie niemanden interessiert. Vielleicht weil sie indigener statt russischer Herkunft war?

Der Roman entwickelt einen unglaublichen Sog. Kapitel für Kapitel begleiten wir unterschiedliche Frauen ein paar Tage oder Wochen ihres Lebens. Schülerinnen und Studentinnen, Forscherinnen oder Sekretärinnen: Sie suchen ihren Weg in einer gespaltenen und männerorientierten Gesellschaft. Alle erleben einen Verlust und halten sich dennoch aufrecht. Jedes Kapitel ist eine Kurzgeschichte für sich und dennoch verweben sich die Schicksale zunehmend. Bis zum fulminanten Ende.

Was den Roman außerdem so echt und eindrücklich macht, ist dessen Verortung im wahren Kamtschatka, einer abgeschiedenen und für uns so fremden Welt in Russland, mit ganz unterschiedlichen Ethnien, wenig Menschen, einer einzigen Großstadt und ganz viel rauer Natur.

Für mich ragt dieses Buch aus dem Meer der Neuerscheinungen heraus. Ich bin tief eingetaucht in die Geschichte, die Lebensbedingungen und spektakulären Landschaften am Rande der Welt. Und gerne hätte ich die Frauen immer weiter begleitet. Vielleicht wird es einmal eine Fortsetzung geben.

Julia Philips, die Autorin, ist eine Amerikanerin. Kamtschatka lernte sie als junge Frau im Rahmen eines Stipendiums kennen. Sie forschte dort über die Folgen des zunehmenden Tourismus. Und schrieb danach einen wunderbaren, sehr glaubhaften, Roman.

Marlene Neumann

Lesetipp Oktober

Die perfekte FreundinLionel Shriver: Die perfekte Freundin

Lionel Shriver hat mich vor Jahren schon gefesselt mit ihrem Roman “Wir müssen über Kevin reden”. Mit ihrem neuen Roman “Die perfekte Freundin” ist ihr wieder ein faszinierendes Psychogramm gelungen.

Jillian und Weston sind seit 25 Jahren beste Freunde. Früher hatten sie auch mal Sex miteinander, der nicht in einer Liebesbeziehung mündete, aber ihre tiefe Freundschaft ist mit den Jahren immer mehr gewachsen. Während beide wechselnde Partnerschaften durchleben ist der jeweils andere ihre Konstante. Dreimal wöchentlich treffen sie sich zum Tennis spielen und sprechen hinterher stundenlang über sich, Gott und die Welt.

Das bleibt auch erst einmal so, als Weston Paige kennenlernt und sich diese Liebesbeziehung vertieft. Doch Paige empfindet Jillian von Anfang an als Bedrohung, sie empfindet sie als zu schrill, exzentrisch, egozentrisch und vor allem als zu gutaussehend.

Als Weston Paige einen Heiratsantrag macht, knüpft diese ihre Zustimmung zur Hochzeit an sein Versprechen, die Freundschaft mit Jillian aufzugeben.

Weston ist zu feige, einen klaren Schnitt zu ziehen und Jillian betrachtet die atmosphärischen Spannungen zwischen ihnen letztendlich als ihre Schuld. Sie macht dem Paar ein sehr persönliches Hochzeitsgeschenk und erfährt erst dann, dass sie gar nicht zur Hochzeit eingeladen ist…

Großartig geschrieben, bei dieser Geschichte stimmt jeder Satz!

Claudia Nägel

Lesetipp September

Thea Dorn: TrostThea Dorn: Trost

In seinem Debütroman erzählt der französische Autor die Geschichte von Guylain Vignolles. Einem Mann voller Eigenheiten am Rande der Gesellschaft. Schon in seiner Kindheit hatte er es schwer, denn wenn man bei seinem Namen nur zwei Silben vertauscht, ergibt das Vilain Guignol, was so viel bedeutet wie „dummer Kasper“. Deswegen ist es ihm am liebsten, unsichtbar zu sein und schnell vergessen zu werden. Seine besten Freunde sind sein Goldfisch, ein ehemaliger Kollege, der einen ungewöhnlichen Sammelzwang hat und der Wachmann Yvon Grimbert, der nur in Versen spricht.

Außerdem hasst Guylain seine Arbeit. Jeden Tag wird er aufs Neue gezwungen, die Bestie zu füttern oder auch Zerstör 500. Sein ganz persönliches Monster, denn alles was es tut, ist das Schreddern und Zerstören von Büchern.

Sein einziger Lichtblick jeden Tag ist das Vorlesen im 6-Uhr-27-Zug, um ein paar einsamen geretteten Blättern wieder Leben einzuhauchen. Der monotone, graue Alltag des Vorlesers endet jedoch an dem Tag, als er in genau diesem Zug einen roten USB-Stick findet. Auf diesem entdeckt er das Tagebuch einer ganz besonderen Frau und beschließt, sich auf die Suche nach ihr zu machen. Dabei findet er sich auf einer Reise zu sich selbst und den schönen Seiten des Lebens wieder.

Protagonistin dieses Briefromans ist Johanna, eine knapp 50-jährige Journalistin. Ihre Mutter, mit 84 Jahren  immer noch Betreiberin einer Künstleragentur, war, trotz aller Warnungen, zu Beginn der Pandemie nach Italien gereist. Sie hatte sich dort infiziert, landete letztlich auf der Intensivstation und ist dort, wie so viele, einsam gestorben, ohne dass die Tochter sie nochmal sehen konnte.

In dieser schwierigen Zeit erhält Johanna eine Postkarte mit der Frage, wie es ihr gehe von ihrem ehemaligen Philosophieprofessor Max, der zurückgezogen auf einer griechischen Insel lebt.

Dies ist der Anfang einer langen Korrespondenz, in der Johanna sich ihren Frust von der Seele schreibt, ihre Wut über den Leichtsinn ihrer Mutter, ihre Verzweiflung über die Unmenschlichkeit der pandemiebedingten Einschränkungen, die ihr einen würdevollen Abschied unmöglich machen. Max antwortet jeweils nur, indem er auf Kunstpostkarten kurze Fragen aufwirft, während Johanna in seitenlangen Briefen die aktuelle Situation reflektiert. Sie schreibt über ihre Trauer, philosophiert über die Frage, ob und wie man in diesen trostlosen Zeiten Trost finden kann, über den Umgang der Gesellschaft mit der Pandemie und ob es Sinn macht, aus Angst vor dem Tod auf das Leben zu verzichten.

Das Buch spiegelt die Situation während der ersten Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wieder, ist aber, angesichts der momentanen Entwicklungen immer noch aktuell. Wenn man dazu bereit ist, sich darauf einzulassen, kann man hier – unabhängig davon welche Position man selbst bezieht – verschiedene Sichtweisen auf die ganze Problematik kennenlernen, z. B. von Menschen, die tatsächlich unter diesen Umständen jemanden verloren haben oder – so wie praktisch die gesamte Kulturbranche und viele andere – in ihrer Existenz bedroht sind.

Gerade in diesen Zeiten eine lohnende Lektüre!

Sabine Köstler

Lesetipp August

Marie Force: Mein Glück mit dirMarie Force: Mein Glück mit dir (Green-Mountain-Serie, 10)

In ihrer 11-bändigen Green-Mountain-Serie entführt uns Marie Force in die Mitte der Großfamilie Abbott, sowie in die wunderschöne und unberührte Landschaft von Vermont – eine kleine Auszeit in dieser unbeständigen Zeit.

Wir sind in Butler, einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt in Vermont. Hier leben Molly und Lincoln Abbott mit ihren zehn bereits erwachsenen Kindern: Hannah und Hunter, ein Zwillingspaar, Will, Ella, Charlotte, Wade, Colton, Lucas und Landon, ebenfalls ein Zwillingspaar, und Max. Sie sind eine Großfamilie wie sie im Buche steht. Sie leben, lachen und weinen gemeinsam und führen nebenbei den Green Mountain Country Store. Zu guter Letzt gibt es noch Großvater Elmer. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Lincoln mischt er sich liebend gerne in das Leben seiner Enkelkinder ein. Im Laufe der Geschichte lernen wir alle Familienmitglieder kennen. So widmet sich jedes Buch einem anderen Familienmitglied, man taucht ein in dessen Leben und erfährt mehr über deren Motivationen, Gefühle und Gedanken. Natürlich gibt es auch noch Interessantes über die weiteren Charaktere aus den dazugehörigen Bänden zu lesen.

Warum ich die Serie empfehle?

Seit 2017 studiere ich, neben meiner Arbeit in der Stadtbibliothek Erlangen, Bibliothekswissenschaft. Diese Doppelbelastung nimmt mir zusehends meine Lust am Lesen. Für keinen Roman oder Krimi habe ich die Ruhe und Muße mich länger hinzusetzen. Einzig die Reihe von Marie Force habe ich stets verfolgt. Die kleine Stadt Butler, in der jeder jeden kennt, die herzliche Großfamilie Abbott, sowie die kleinen Probleme und Happy Ends machen die Bücher zu einer Feel-Good-Reihe. Wer eine kleine Auszeit in dieser unbeständigen Zeit sucht und literarisch auch einmal nicht so hohe Ansprüche stellt, sollte es einmal mit Familie Abbott probieren. Ich “flüchte” Abends zur Zeit immer wieder nach Vermont. Derzeit verfolge ich das Leben von Lucas Abbott (Band 10).

Yvonne Reinhardt

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